KK 5


by Georg Osswald

Krimis, Thriller und die Deutschen

14,5 Millionen deutsche Buchkäufer geben laut Communication Networks 8.0 im Herbst 2004 an Thriller und Krimis zu lesen, was 21,6 Prozent des gesamten Belletristikumsatzes entspricht. In diesem Buchmarktsegment ist das die größte Leserschaft. Es folgen mit 12,7 Millionen Käufern/Lesern die unterhaltende Literatur und an dritter Stelle mit ca. 8 Millionen Konsumenten zeitgenössische Romane. Die Spannungsliteratur wandert also neben Reiseführern, Sach- und Kochbüchern in Deutschland am häufigsten in den Einkaufskorb. Von 21,6 Prozent 2004 stieg dieser Anteil auf 28,2 Prozent 2009, wobei man hier beachten muss, dass seit 2007 die vormalige Rubrik Krimi zur Rubrik Spannung umbenannt wurde, darin neuerdings also auch Thriller enthalten sind (Quelle: Buch und Buchhandel in Zahlen 2005-2009 / Branchenmonitor BUCH). Leider liegen mir keine konkreten Zahlen für das Jahr 2010 vor. Ich gehe davon aus – mögen mich die Gelehrten korrigieren -, dass sich im letzten Jahr das Kaufverhalten der lesenden Mitbürger nicht grundlegend gegenüber den Jahren 2004–2009 verändert hat, und die Rubrik Spannung auch 2010 wieder knappe 30 Prozent des Belletristikumsatzes abdeckte.

Auf dem Fließband in die Spirale Marktwirtschaft und am Ende kommt das Fernsehen

Der Kriminalroman rangiert immer öfter ganz oben auf den Bestsellerlisten, was für das Genre im gleichen Zuge ein Rückschritt ist. Die Geschichten werden dieser Tage von in Agenturen gecasteten Nachwuchstalenten zu Massenware nach einem bestimmten Schnittmuster fabriziert. Im Agentenkauderwelsch wird das dann als Stoffentwicklung bezeichnet. Schlägt man einen Schmöker dieses Musters auf, hört man nach spätestens fünf Seiten den Autor/die Autorin auf der symbolischen Therapeutencouch herumflennen, wie sie allesamt Angst davor haben mal wirklich einen Roman zu schreiben. Ohne Eitelkeit. Ohne Ökonomie. Ohne politische Sicherheit. Ohne ein Auge auf Zielgruppen zu haben. Ohne Figuren vom Reißbrett. Aus der eigenen Welt und dem eigenem Egoismus heraus. In der persönlichen Sprache. Und vor allem mit der Lust und dem Mut ein Buch zu schreiben, was ihnen selbst gefallen könnte. Daneben veröffentlichen Topautoren der Sparte Spannung wie am Fließband. Und auch das fördert eher selten als beständig gute Qualität zu tage. Das deutsche Fernsehen, wie immer hinterherhinkend, sprang, nachdem die Skandinavier hierzulande eingeschlagen hatten wie Freibier auf einer CSU-Wahlkampfveranstaltung, auf den Zug auf, was uns dieser Tage fast jeden Abend auf irgendeinem Sender einen deutschen oder schwedischen oder pseudoitalienischen…Krimi beschert. Und die großen Verlagskonzerne knallen in bewährter Manier weiter Konfektionsware aus Aus- und Inland in den Kanal. Die Büchervielfalt nimmt so bei steigenden Verkaufszahlen ab. Wir Liebhaber des Genres weichen daher immer häufiger auf die Originalware aus. Denn natürlich werden seit Bestehen der Gattung immer auch gute Krimis und Thriller geschrieben.

Deutscher Krimi Preis 2011

Spannungsromane abseits des Mainstreams haben es schwerer als noch vor einigen Jahren. Kleine Verlage, die sich dieser Aufgabe stellen, verfügen über wenig Geld, arbeiten am Limit ihrer physischen Möglichkeiten, können kaum Marketing betreiben, leben mit harten Vertriebsbedingungen. Ihre Titel schaffen es nur ins Sortiment von Fachbuchhandlungen. Die Bücher fallen, auf den Gesamtmarkt betrachtet, über die Tischkante. Ihre Autoren häufig auch. Gerade die junge Geschichte des Kriminalromans in Deutschland lässt vermuten, dass die Damen und Herren Büchermacher nicht mehr dem Irrglauben der reinigenden Hand des Marktes aufsitzen, sondern solange beinhart auf die Werbetrommel einschlagen, bis das beworbene Produkt in die letzte Ritze der Zielgruppe eingedrungen ist, und die Absatzzahlen stimmen. Man wird beballert mit Reklame für Krimis und Konsorten, als ginge es um Leben oder Tod. Im Internet, im Fernsehen, in der U-Bahn, im Radio, im Kinosaal; in Zeitungen und Zeitschriften sowieso. Um über die werbungsorientierten Toptitel in den üblichen Großbuchhandlungsketten hinauszugelangen, gibt es natürlich einige Kriminalbuchhandlungen (etwa 20 in Deutschland), zahlreiche Foren, Blogs, Webseiten usw., die weiterhelfen. Zwei seien als schnelle Einstiegshilfen hier genannt. Erstens die Krimi Bestenliste und zweitens der Deutsche Krimi Preis. Der deutsche Krimipreis wird jeweils im Januar an drei nationale Titel und drei internationale, ins Deutsche übersetzte Titel aus dem Vorjahr vergeben. Für das Jahr 2010 erhielten national Bernhard Jaumann, Frank Göhre und D.B. Blettenberg eine Auszeichnung. In der Kategorie International gingen die Preise an Don Winslow, Josh Bazell und Dominique Manotti.

Smith und Bruen

2010 haben sich mir zwei Autoren besonders in den Fokus gedrängt. Zum einen Roger Smith, ein Südafrikaner, der bei Tropen veröffentlicht wird, betrat mit Kap der Finsternis und Blutiges Erwachen die Szene, wobei mir das Kap stringenter und klarer in Erinnerung geblieben ist. Zum anderen der Ire Ken Bruen. Von Bruen kamen Jack Taylor liegt falsch und Jack Taylor fährt zur Hölle (beide Atrium-Verlag) sowie London Boulevard (Suhrkamp) auf den Markt. Und zusammen mit Jason Starr schreibt der Ire, seit 2008 in Deutschland beim Rotbuch-Verlag im Programm, eine sehr white-trashige Gangsterserie. In der Bruen/Starr-Reihe erschien zuletzt der Band Attica. Zu all den hier genannten Autoren und Romanen sei gesagt, dass sie dem Genre sehr klassisch verbunden sind. Da erkämpfen meist Männer ihren Weg zur Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt. Die Polizisten sind korrupt. Egomanie und Gier regieren die Gesellschaft. Und wenn um den persönlichen Vorteil herauszuholen Gewalt vonnöten ist, dann wird Gewalt angewendet. Ken Bruen schreibt in dieser Autorenreihe noch am subtilsten, trockensten und vor allem wunderbar irisch.

Johnson und Pynchon

Mit Dank an das Krimijahr 2010 können wir notieren, dass gefeierte Autoren aus der Rubrik zeitgenössische Romane auch mal in die Genreschublade Krimi greifen. Zum Beispiel Denis Johnson mit Keine Bewegung! (Rowohlt), und Thomas Pynchon mit Natürliche Mängel (Rowohlt). Beide Bücher kann man als Parodien auf das Genre lesen, so schlagen es durch die Blume der Verlag und einige Kollegen vom Feuilleton vor. Das Leben einer Parodie ist allerdings sehr schnell verpufft, denn ohne Moral, oder sagen wir besser ohne Idee, kann man keine Parodie ableiten, also liegt es wie immer an uns Lesern sich die Idee der Gattung ins Gedächtnis zu rufen. Und die ist nach wie vor ein Stückchen Wahrheit ans Licht zu kehren. Nehmen wir als Beispiel Natürliche Mängel/Inherent Vice.

Sous le pavé – la plage

Thomas Pynchon bedient sich beinahe aller klassischen Stilmittel eines Kriminalromans. Die Hauptfigur Larry Doc Sportello ist Privatdetektiv und betreibt in L.A. ein kleines Büro unter der Firmierung LSD (Location Surveillance Detection). Er soll nach einem vermissten Baulöwen suchen, der wiederum mit seiner Ex liiert ist. Aber auch die Ex verschwindet bald, was den Privatdetektiv anspornt seine Suche zu intensivieren. Nebenbei wird Doc beauftragt einen Saxophonisten zu finden, der an einem Goldenen Schuss hops gegangen ist, aber auf wundersame Weise doch noch irgendwo in L.A. herumspringen soll. Doch schon am Anfang seiner Ermittlungen wacht Doc neben der Leiche eines Bodyguards des Baulöwen auf und schaut seinem Widersacher und Detective des L.A.P.D. Bigfoot Bjornsen in die Augen. Tom und Jerry haben sich gefunden. Und das Spiel beginnt. Sportello und Bjornsen als Team und Gegenspieler bilden das Rückgrat des Romans. Sportello ist ein lakonischer Einzelgänger, und, wie es sich gehört für einen Schnüffler, ausgestattet mit dem Glauben daran, dass der Mensch ein von Natur aus soziales Wesen ist. Die Handlung spielt, wie könnte man es anders bei Pynchon erwarten, in den siebziger Jahren. Bjornsen ist ein unangenehmer Bulle und Hippiehasser mit dem Hobby Stacheldraht zu sammeln. Er trennt strikt Heim und Straße. Bei ihm gibt es Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Verbrechen und Familie. Natürliche Mängel hat aber mehr zu bieten als diesen Dualismus. Doc Sportello ist kein klassischer Privatermittler, wie man ihn von Hammett oder Chandler kennt. Sportello ist ein hängen gebliebener Hippie. Er kifft, trinkt, nimmt LSD. Sein Gedächtnis ist schwammig. Dauernd vergisst er wichtige Fakten, übersieht ausschlaggebende Details, kann sich Namen nicht merken und redet am Punkt vorbei. Häufig führen die Dialoge zu gar nichts oder zu völlig belanglosen Weltanschauungen. Wie man von Pynchon gewohnt ist, mäandert die Story, hier quer durch L.A. bis nach Vegas, endet irgendwann in einem riesigen Ozean und lässt jede Menge lose Fäden herumflirren. Es gibt Abstecher in die afroamerikanische Neonaziszene, zu der ersten Gilde Geeks, die tagelang vor dem APRAnet hängen, um eine einzige Mail zu laden, oder in die Surfergemeinde mit Surfrock und seitenlangen, selbstgedichteten Beachsongs.

Das Ende des endlosen Sommers

Erinnert man sich an Pynchons Die Enden der Parabeln (Rowohlt), verfügt Doc Sportello ähnlich wie Tyrone Slothrop über eine Art erektiles Pawlowsches Frühwarnsystem. Als Ermittler taugt er nicht, aber wenn sich irgendwo ein Riss ins Gefüge schlägt, läuft reflexartig Docs Nase, und er verspürt den Drang die Sache aufklären zu müssen. Auf was man als Pynchon-Leser selbstverständlich auch wieder stößt, ist eine undurchsichtige Organisation, eine Verschwörung, hier „Goldener Fang“, die für ein international agierendes Drogenkartell, ein COINTELPRO (Counter Intelligence Program) oder aber auch einfach für eine Zahnarztvereinigung mit Kokainproblemen stehen könnte. Trotz all der psychedelischen Farben, die man in Natürliche Mängel zu lesen bekommt, der Traum von der bunten, schönen und sozialen Hippiewelt ist hart, schnell und brutal beendet worden. Es ist die Zeit der Manson Morde. Hoover, Nixon und Reagan basteln am amerikanischen Faschismustraum. Im Buch richtet Tricky Dick Nixon folgende Worte via Fernsehen an sein Volk: „Es gibt immer Leute, die jammern und sich beklagen, das wäre Faschismus. Aber, liebe Mitbürger, wenn es ein Faschismus für die Freiheit ist?“

Und da haben wir das Fünkchen Wahrheit, das uns ein guter Noir zu beleuchten verspricht. Pynchon beschreibt in Natürliche Mängel das Ende des endlosen Sommers. Auch die Symbolik vom „Goldenen Fang“ drückt den Untergang der Freiheitsbewegung aus. Sie steht für einen finalen Smackrausch, für die Gleichschaltung gesellschaftlicher Ströme und für die Infiltrierung harter Drogen und Spitzel in die Bewegung durch das organisierte Verbrechen und den Staat.

Don Winslow

Die vollendete Allianz von Staat, Kirche und organisiertem Verbrechen führt uns Don Winslow in Tage der Toten vor Augen. In dem Buch beschäftigt sich der Autor mit dem längsten Krieg, den Amerika führt. Der „War on Drugs“ wurde 1972 von Präsident Nixon ausgerufen und dauert bis heute an. Kein Krieg zeigt den Filz der Institutionen in der amerikanischen Geschichte deutlicher als dieser. Winslow erzählt uns kaum etwas Neues. Dass die Iran-Contra-Aktivitäten der CIA ein vom Pentagon und Weißem Haus choreographiertes Waffen-Drogen-Geldwasch-Geschäft war, wissen wir seit Robert Parry und Brian Barger 1986, spätestens aber seit Gary Webb’s Dark Alliance 1996. Dass Nixon, Ford, Carter, Reagan, Bush Senior, Clinton und Bush Junior den amerikanischen Hinterhof sauber halten wollten, steht seit der Monroe-Doktrin auf der Agenda der US-Außenpolitik, auch wenn Monroe eventuell eine andere Art von Sauberkeit im Sinn gehabt hatte. Fest steht, alle Präsidenten der USA bleiben diesem Grundsatz der amerikanischen Kolonialpolitik treu. Dass so Typen wie Manuel Noriega oder Oliver North in Lateinamerika auf Geheiß Washingtons mit allen politischen Mitteln herumwüten durften, war offiziell abgesegnet, denn es ging ja immer gegen das Schreckgespenst Kommunismus. Mit dieser Message beglückt uns der gute Lieutenant Colonel North (a.D.) im übrigen auch heute noch in seinen Büchern oder auf Veranstaltungen der Republicans. Dass der Vatikan, insbesondere Papst Johannes Paul II mit seinem Präfekt der Glaubenskongregation Kardinal Ratzinger, den Kampf der CIA gegen die Kommunisten in Lateinamerika aus ganzem Herzen unterstützte, konnte sich jeder, der Zeitung liest, zusammenreimen. Dazu erzählt Don Winslow eine nette kleine Anekdote von einem Mann, auf den er im Zuge seiner Recherchen stieß. Der Mann agierte wohl im Umfeld der Gambino-Familie und war gleichzeitig ein Green Beret, beim Geheimdienst, bei Opus Dei und bei der Mafia. Das nennt man wohl realen Zynismus. Dass kolumbianische Kartellcapos, mexikanische Mittelsmänner, karibische Banker und die italienische Mafia mit den Mächtigen in Washington das Bett teilen, ist seit Judith Campbell gute Tradition unserer Konstitutionen. Man denke an die Brüder Guérini in Frankreich, an Nitribritt oder Barschel hierzulande…eine Liste, die sich Seiten lang fortsetzen ließe. Das alles ist Don Winslow ebenfalls bekannt. Er sagt Tage der Toten hätte auch schon in den Dreißigern beginnen können, aber dann wären es bestimmt 2000 Seiten und nicht nur 700 geworden. Und so startet die Geschichte in den Siebzigern und endet in den Nuller Jahren. Eine Geschichte über den Drogenkrieg mit der amerikanisch-mexikanischen Grenze als ihr dreitausend Kilometer langer Brennpunkt.

Plata o plomo?

Im Grunde muss man da kein Fragezeichen mehr setzen. Wer entscheidet sich schon freiwillig für eine Patrone in den Kopf, wenn er anstelle dessen eine Aufstockung des Gehalts in Aussicht gestellt bekommt? Niemand. Das ist es, was Don Winslow mehr als eindrucksvoll, spannend und schonungslos, aber vor allem nachvollziehbar in Tage der Toten beschreibt. Auf den knapp siebenhundert Seiten, die tatsächlich nirgendwo langweilig werden, überwindet Winslow jegliche Grenzen von Realität und rückt so der Wahrheit ganz nahe. Der Autor selbst drückt es folgendermaßen aus: „Journalisten können Fakten erzählen, Schriftsteller die Wahrheit…“.

Wie man in den letzten Jahren auch in Deutschland lesen konnte, sterben tausende Menschen jährlich im amerikanisch-lateinamerikanischen Drogenkrieg. Krieg ist eine bestialische, brutale, hässliche und überflüssige Erfindung der Menschen. Ihn zu beschreiben ist eine unglaublich selbstzerstörerische Aufgabe. Don Winslow erklärt immer wieder, dass keine der Monstrositäten in Tage der Toten frei erfunden sei. Zerstückelte Körper, Babys, die von Brücken geworfen werden oder auch der Kopf, der per Post zugestellt wird, sind Teil dieses Geschäfts. Umso besser kann man als Leser die Hauptfigur Arthur Keller verstehen. Art Keller ist Fahnder bei der DEA (Drug Enforcement Agency). Halb Gringo, halb Mexicano, kein echter Chicano, sondern Mischling, überall zwischen den Stühlen. Er kennt die Gründerväter der mexikanischen Kartelle persönlich. Die Mexikaner begreifen im Laufe der Geschichte, dass ihr größtes Kapital nicht das schlechte Opium ist, das in Mexiko wächst, sondern der dreitausend Kilometer lange Grenzverlauf zwischen ihrem Land und den USA. Ob Drogen, Menschen, Waffen, Organe; alles, was sie den konsumorientierten Amerikanern teuer verkaufen können, passiert diese Grenze. Sie zu kontrollieren ist nicht möglich. An ihr zu kassieren, funktioniert aber umso besser. Dazu muss man nur ein paar Skrupel überwinden, und schon läuft der Laden. Und das mit Milliardenumsätzen jedes Jahr. Für harte Dollars, das liegt in der Natur des Geldes, werden ohne zu Zögern jegliche Störenfriede ausgeschaltet. So trifft es auch einen engen Kollegen von Art Keller. Ein paar Kugeln sagen mehr als Worte. Als Keller dieses Prinzip auch für sich entdeckt, geht er auf einen persönlichen Rachefeldzug, der ihn alles kostet. Seine Familie, seine Ehre und Integrität, und am Ende kostet er ihn auch seinen Glauben an sich selbst.

Leben mit den Toten

Für Don Winslow lebt es sich seit Tage der Toten mit Sicherheit besser. Das Buch ist bisher sein größter Erfolg als Schriftsteller. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und hat sich gut verkauft. Die New York Times hat es unter die zehn wichtigsten Romane 2010 gewählt. Und für James Ellroy ist „Winslow der Hammer“. Ich muss mich dem anschließen. Das Buch ist wie ein Blitz in mein Bewusstsein eingeschlagen. Die Thematik ist allgegenwärtig, und Winslows Roman hilft uns, sie besser zu verstehen. Tage der Toten ist schnell, hart, formsicher und wird von grandiosen Dialogen getragen. Ellroy hat recht: A real deal!

P.S.:

Es wird gemunkelt, dass Hollywood seit Erscheinen von The Power of the Dog (Tage der Toten) immer wieder bei Winslow an die Tür klopft. Noch weigert er sich den Stoff zu verkaufen. Aber wie Winslow selber schreibt, mit Geld und bei den Gefühlen kann man jeden an den Eiern kriegen. Er glaubt, eventuell sogar die Kartelle. Legalisierte man die Drogen, fielen die Preise, und Kokain wäre eine Ware wie jede andere exotische Frucht. Ein Kilo Papayas kostet schließlich auch keine Fünftausend Euro. Und dann? Wäre die organisierte Kriminalität ein besserer Gemüsegroßhandel? Ich glaube kaum.

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2 Antworten zu KK 5

  1. Roland schreibt:

    Ein Link zu Inherent Vice http://youtu.be/RjWKPdDk0_U

  2. Pingback: Memo von der Todesfee von Guadalupe: Cartel Land | Die Halde

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